Methoden zur Haartransplantation – FUE oder STRIP?

Im Laufe der Jahre wurden unterschiedliche Methoden zur Haartransplantation (Haarverpflanzung) angewandt. Diese wurden weiterentwickelt und im Grunde auf zwei heruntergebrochen – die FUE- und STRIP/FUT-Methode.

Bei der FUE-Methode werden Haarwurzeln/Haarwurzelgruppen (1-4 Strähnen) einzeln vom Nacken- und Schläfenhaar herausgenommen und auf den Scheitel platziert.

Bei der STRIP-Methode wird ein Hautstreifen mit spitzigen Rändern, oftmals ungefähr 20 cm lang und nur selten mehr als 2 cm in der Breite unter örtlicher Betäubung vom Nacken entnommen. Die natürlichen Haarwurzelgruppen werden dann unterm Mikroskop auseinander genommen und dann, wie bei der FUE-Methode, auf den Scheitel platziert.

Unter normalen Voraussetzungen werden bei einem STRIP-Eingriff ca. 2000 Haarwurzelgruppen ausgetauscht, manchmal viel mehr. Dies entspricht normalerweise 6-7000 Haarwurzeln.

Es gibt einige widersprüchliche Informationen zu den beiden Methoden zur Haarverpflanzung von Konsumenten und Kliniken in der Branche. Dies liegt entweder an mangelnden Kenntnissen über eine der Methoden oder an kommerziellen Interessen, die dahinterliegen. Auf dieser Seite schaffen wir Klarheit was die Begrifflichkeiten anbelangt und machen es Ihnen somit leichter, die richtige Entscheidung zu treffen.

„Die beiden Methoden FUE und STRIP unterscheiden sich nur in der Gewinnung der Implantate (Haarwurzeln). Das Einsetzen der gewonnenen Implantate ist identisch bei beiden Methoden.“

Soll ich also die FUE- oder STRIP-Methode wählen?

Welche Methode ist denn nun besser, FUE oder STRIP Haartransplantation? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, weil beide Methoden sowohl Vor- als auch Nachteile haben. Vor allem handelt es sich um Ihre finanziellen und physischen Voraussetzungen als Patient.

Die meisten entscheiden sich für die STRIP-Methode

Statistisch gesehen entscheidet sich die absolute Mehrheit der Patienten, die sich einer Eigenhaartransplantation unterziehen, für die STRIP-Methode. Der wichtigste Grund dafür sind die geringeren Kosten. Es ist jedoch von großer Bedeutung, dass man sich vor der Wahl gut über Risiken und Vorteile der jeweiligen Methode sowie über die Kosten, die entstehen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, informiert.

STRIP führt Narben mit sich aber nur wenige stören sich daran

Die STRIP-Methode führt zu einer Narbe am Hinterkopf. Dies ist für die allermeisten aber kein Grund, sich gegen die Methode zu entscheiden. Wenn der Eingriff von einem kompetenten Chirurgen vorgenommen wird, entstehen nur selten größere Narben. Falls dies dennoch der Fall sein sollte, liegt es meistens an schwerwiegenden Fehleinschätzungen bezüglich der Elastizität der Kopfschwarte (Skalp) oder einer möglichen schlechten Narbenheilung des Patienten. Beide Szenarien sind ungewöhnlich.

Normalerweise verheilt die Narbe nach einem STRIP-Eingriff zu einem ca. 20 cm langen und 1-3 mm breiten, geraden weißen Strich am Hinterkopf. Dieser ist praktisch nicht sichtbar, außer man hat eine sehr kurze Frisur oder rasiert sich den Kopf.

Die Vorteile mit der STRIP-Methode liegen in der großen Anzahl qualitativer Transplantate und der Kosteneffektivität bezüglich der Gewinnung einer großen Anzahl Haarwurzeln für die Haarverpflanzung.

In den meisten Fällen kann man mit der STRIP-Methode zweimal Haare vom gleichen Nacken entnehmen –mit einer mindestens einjährigen Pause- ohne dass dies zu Problemen mit Narben und dem Verheilen führt. Beim zweiten Besuch wird die Narbe von der ersten Operation entfernt. Auf diese Art und Weise wird es möglich, eine große Anzahl Haarwurzeln im Laufe der Zeit zu entnehmen und dennoch zu einem späteren Zeitpunkt noch mit einer FUE-Behandlung komplettieren zu können.

Die Nachteile sind die linienförmige Narbe, die oben beschrieben wurde, die Schmerzen 2-3 Tage nach der Operation, die Empfindlichkeit, die ca. eine Woche anhält, und die Empfindungsveränderungen um die Narbe am Hinterkopf sowie das Gefühl der Enge in der Kopfschwarte, das 6-10 Wochen bestehen bleibt.

FUE – keine Narbe und schnellere Erholung, aber höhere Kosten

Zu den Vorteilen der FUE-Methode zählen die nicht vorkommende linienförmige Narbe am Hinterkopf, die Möglichkeit, kurze/rasierte Frisuren zu tragen, der fast nicht vorhandene Schmerz nach dem Eingriff und der kurze, nur 2-3-tägige Heilungsprozess. Es dauert jedoch ungefähr zusätzliche 10 Tage bis der Bereich, aus dem entnommen wurde, vom Schorf befreit ist und völlig normal aussieht.

FUE ist auch einfach und praktisch, wenn nur eine geringe Menge an Haarwurzeln benötigt wird, z.B. zur Verstärkung des seitlichen Scheitels (Geheimratsecken) im frühen Stadium des männlichen Haarausfalls. Ein anderer Vorteil der Methode ist es, dass man auch aus Bereichen, die nicht zur Entnahme eines größeren Streifens geeignet sind, Haare entnehmen kann. Dies trifft auf die Schläfen sowie den Bereich am Hinterkopf, der weit oben oder weit unten liegt, zu.

Zu den Nachteilen der FUE-Methode zählen die Notwendigkeit, einen relativ großen Spenderbereich zu rasieren, um viele Implantate zu bekommen, der größere Zeitaufwand für den Eingriff oder die Notwendigkeit von mehrtägigen Sitzungen, sowie die Kosten, die sich oftmals auf mindestens doppelt soviel wie bei der STRIP-Methode belaufen.

FUE kann außerdem Pigmentstörungen, kleine weiße Punkte, verursachen. Das Risiko ist jedoch gering bei einem Lochdurchmesser von maximal 0,8 mm unter der Voraussetzung, dass nicht zu viel aus einem Bereich entnommen wird. Abschließend lässt sich sagen, dass die Überlebenschance eines Transplantats, das mit FUE entnommen wurde, geringer ist als bei der STRIP-Methode.

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Schlussfolgerung – FUE oder STRIP Eigenhaartransplantation?

Viele Chirurgen sind der Meinung, dass FUE eine mögliche Alternative für alle Patienten ist, die eine Haartransplantation erwägen. Vor allem für die Patienten, die eine sehr kurze Frisur haben wollen, sich schnell vom Eingriff erholen müssen, bei denen eine eingeschränkte Flexibilität in der Kopfschwarte vorliegt und für die, die finanziell relativ gut dastehen.

Vor- und Nachteile mit der FUE (FUT)-Methode zur Haartransplantation

Es folgt eine Zusammenstellung der hauptsächlichen Vor- und Nachteil der FUE-Methode zur Haarverpflanzung. Wenn Sie diese gut durchlesen, können Sie sich ein Bild der Methode machen, die sich am besten für Sie eignet.

Vorteile der FUE-Methode zur Haartransplantation:

  • Es entsteht keine Narbe im Nacken. Dies ist ein Vorteil für Sie, wenn Sie Ihren Kopf rasieren oder ihr Haar sehr kurz tragen möchten.
  • Kürzere Heilungszeit im Spenderbereich
  • Ideal, um Spendernarben von früheren Eigenhaartransplantation zu beheben/verbergen
  • Eine Alternative in den Fällen, in denen die Kopfschwarte zu eng für die Anwendung der STRIP-Methode ist, oder in denen zentrale Bereiche des Nackens bereits bei früheren Eingriffen voll ausgenutzt wurden
  • Bietet die Möglichkeit, feineres Haar von den unteren Bereichen des Nackens zu entnehmen, um diese am Haaransatz oder an den Augenbrauen etc. zu verwenden
  • Haarwurzeln von den Schläfen können nur mit FUE entnommen werden
  • Macht es theoretisch möglich, auch Haar von anderen Köperteilen zu entnehmen

Nachteile der FUE-Methode zur Haartransplantation:

  • Weniger qualitatives Haar während eines Eingriffs, das transplantiert werden kann
  • Größere Schwierigkeiten bei der Gewinnung von ganzen Haarwurzeln
  • Die gewonnenen Haarwurzelgruppen sind anfälliger für Schädigungen während des Einsetzens, weil sie oft weder schützende Epidermis noch Fett wie Haarwurzelgruppen haben, die mit STRIP entnommen werden
  • Haare, die außerhalb des optimalen Bereichs im Nacken entnommen werden, bestehen nicht dauerhaft. Der Chirurg kann sich dazu verleiten lassen, sich auf der Jagd nach vielen Transplantaten außerhalb der „sicheren“ Grenzen zu bewegen.
  • Das Haarvolumen, das während einer Operation verschoben werden kann, ist eingeschränkt. Dies bedeutet, dass weitere Eingriffe notwendig sind, um den gleichen Deckungsgrad wie bei einem einzelnen STRIP-Eingriff zu erreichen.
  • Dauert länger und ist deshalb deutlich teurer als die STRIP-Methode

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