Risiken & Komplikationen bei plastischer Chirurgie

Wie bei den meisten Dingen, die wir uns im Leben vornehmen, ist die plastische Chirurgie wie alle anderen chirurgischen Eingriffe mit einem gewissen Grad an Risiken verbunden. Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen dem Risiko, dem man sich bei einer Schönheitsoperation aussetzt und dem bei einer rein medizinisch bedingten Operation.

Der Unterschied betrifft vor allem die Wahlmöglichkeit. Eine Operation wird entweder aus medizinischen oder ästhetischen Beweggründen vorgenommen. Operationen, die aus rein medizinischen Gründen durchgeführt werden, zielen immer direkt auf die Gesundheit ab. Eine Operation, die aus ästhetischen Gründen durchgeführt wird, handelt dagegen mehr von persönlichen Motiven.

Das eben beschriebene bedeutet nicht, dass eine ästhetisch-plastische Operation die Gesundheit nicht auf eine positive Art und Weise beeinflussen kann. Das kann sie nämlich sehr wohl. Viele Patienten erleben ein erhöhtes Selbstbewusstsein und ein gestärktes Selbstbild nach ihrer Schönheitsoperation. Und daraus resultiert ein verbessertes Wohlbefinden. In hohem Grade handelt es sich hier also um eine direkte Beeinflussung unserer psychischen Gesundheit, die eine bekannte Verbindung mit unserem physischen Wohlbefinden hat.

„Die endgültige Entscheidung sollte das Ergebnis eines bewussten Abwägens der Risiken im Verhältnis zu den Vorteilen sein.”

Der Aspekt der Wahlmöglichkeit macht es wichtig, dass man sich als Patient der Risiken und Komplikationen, denen man sich bei einem plastischen Eingriff aussetzt, bewusst ist. Die endgültige Entscheidung sollte das Ergebnis eines bewussten Abwägens der Risiken im Verhältnis zu den Vorteilen sein.

Risikohantierung erfordert ein Bewusstsein über mögliche Risiken und über die Wahrscheinlichkeit, von diesen betroffen zu werden. Deshalb sollte man sich als Patient folgende Fragen selbst und an den plastischen Chirurgen stellen;

  • Welche Risiken stehen mit dem Eingriff in Verbindung?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass ich davon betroffen werde?
  • Welche Konsequenzen hat das?

Einteilung der Risiken bei plastischer Chirurgie

Die Risiken bei plastischer Chirurgie können in allgemeine und eingriffsspezifische Risiken unterteilt werden. Auf dieser Seite werden die allgemeinen Risiken beschrieben – die, die in irgendeiner Form immer gegenwärtig sind, ganz abgesehen davon welcher Operationstyp vorgenommen wird. Weitere Informationen zu den eingriffsspezifischen Risiken finden Sie im jeweiligen Informationsabschnitt des Eingriffs.

Alles über Ästhetische Plastische Chirurgie

Ästhetische Risiken und Komplikationen bei plastischer Chirurgie

Unzufriedenheit mit dem Operationsergebnis

Bevor wir uns in die rein gesundheitlichen Risiken vertiefen, können wir feststellen, dass die am häufigsten auftretende Komplikation in Folge einer Schönheitsoperation nicht körperlich ist. Der häufigste Grund von Unzufriedenheit besteht darin, dass man schlicht und einfach nicht mit dem erreichten Ergebnis zufrieden ist. Das größte Risiko ist somit, dass das Resultat, das man sich erhofft, nicht in Erfüllung geht.

In einigen Fällen bedeutet das, dass ein Patient unzufrieden ist, weil die Veränderungen nicht so groß sind, wie er/sie es sich erwartet hat. Es kann aber auch anders herum sein: Die Veränderungen fallen größer aus als erwartet und man erkennt sich nicht richtig wieder.

Das eben beschriebene tritt häufig bei Nasenoperationen auf. Patienten reagieren zuerst oftmals auf den großen Unterschied und gewöhnen sich später aber daran und finden großen Gefallen an ihrer Veränderung.

Asymmetrien

Andere ästhetische Komplikationen, die auftreten können, sind sog. Asymmetrien, Unterschiede in Form/Größe bei zwei Paarorganen. Dies kann bei beispielsweise einer Brustvergrößerung und nach einem Lifting in den beiden Gesichtshälften auftreten.

Narben und Hautunregelmäßigkeiten

Als weitere ästhetische Komplikation kann es vorkommen, dass der Patient die Operationsnarben als auffälliger als erwünscht empfindet oder dass die Haut Unregelmäßigkeiten und/oder farbliche Unterschiede aufweist.

Sie erfahren mehr darüber, wie Sie Ihre Narbenheilung beeinflussen können auf … der Informationsseite über Narben bei einem chirurgischen Eingriff.

So Verringern Sie das Risiko der Unzufriedenheit

Weil die meisten ästhetischen Risiken im individuellen Erlebnis begründet sind, ist eine eindeutige Kommunikation zwischen dem plastischen Chirurgen und dem Patienten äußerst wichtig. In vielen Fällen kann es sehr behilflich sein, wenn der Patient selbst Bilder mitbringt. In anderen Fällen kann eine Computersimulation angewandt werden. Diese hat sich als äußerst wertvolle Methode herausgestellt.

Stellen Sie immer sicher, dass Ihr plastischer Chirurg voll und ganz verstanden hat, was Sie verändern wollen und –soweit dies möglich ist- exakt welche Veränderung Sie sich erwarten.

Es ist auch wichtig, dass Sie als Patient so eingestellt sind, dass Sie die Operation vornehmen lassen, um etwas zu verbessern und nicht um Perfektion anzustreben. Erwarten Sie sich auch nicht, dass Ihre Umgebung Sie anders behandelt und führen Sie den Eingriff nur für sich selbst durch und nicht für jemand anderen.

Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass kein seriöser plastischer Chirurg, egal wie kompetent er oder sie ist, im vorhinein garantieren kann, dass das Ergebnis ohne jegliche ästhetische Komplikationen ausfallen wird. Wenn der Eingriff korrekt und mit erprobter und anerkannter Technik vorgenommen wurde, ist es oftmals möglich, die Komplikationen im Nachhinein zu korrigieren.

Gesundheitliche Risiken bei plastischer Chirurgie

Blutungen

Es ist möglich aber ungewöhnlich, dass eine Blutung während oder nach der Operation auftritt. Unter der Operation minimiert man normalerweise das Risiko, indem man sich von den großen Blutgefäßen fernhält, Medikamente anwendet, die die Gefäße zusammen ziehen und mit Hilfe eines speziellen Instruments kleine blutende Gefäße schnell koaguliert.

Für den Fall einer Nachblutung unter der Haut tritt diese normalerweise zwischen ein paar Stunden bis 24 Stunden nach der Operation auf. Diese muss unter Umständen mit Hilfe eines kleinen Drenageschlauches geleert werden. In sehr seltenen Fällen können Bluttransfusionen notwendig sein.

Um das Risiko einer Blutung zu vermindern, dürfen Sie keinerlei blutverdünnende Mittel wie Magnecyl oder ähnliche Medizin gegen Entzündungen einnehmen. Sie sollten auch keinen Alkohol 10 Tage vor Ihrer Operation trinken. Einige Kräuterpflanzen, die man rezeptfrei erhält, können die Blutungsgefahr ebenfalls erhöhen.

Infektionen

Infektionen sind ungewöhnlich bei plastischen chirurgischen Eingriffen. Falls sie dennoch auftreten sollten sie mit Antibiotika behandelt werden. In seltenen Fällen kann eine Behandlung im Krankenhaus mit weiteren chirurgischen Eingriffen von Nöten sein. Viele Chirurgen bevorzugen es, das Infektionsrisiko bei einigen Eingriffen mit einer vorbeugenden Antibiotikabehandlung einzudämmen.

Falls eine Infektion eintrifft, mach sich diese oft erst 3-7 Tage nach der Operation bemerkbar. Symptome einer Infektion sind zunehmende Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur und/oder Schwellungen im operierten Bereich, Rötungen und Fieber.

Schlechte Wundheilung

Es kann passieren, dass der Wundheilungsprozess nicht so läuft, wie es sein soll. Anzeichen dafür sind langsames Verheilen, Wundöffnung oder verspätetes Verheilen. Wenn es in diesem Prozess zu einer Infektion kommt kann die Haut geschädigt werden oder in extremen Fällen kann Gewebe absterben. Bei schlechter Wundheilung kann es deshalb notwendig sein, die Verbände regelmäßig zu erneuern und in einigen Fällen kann später korrigierende Chirurgie notwendig werden. Raucher laufen ein erhöhtes Risiko für Heilungsprobleme der Haut.

Schwellungen

Schwellungen können als Folge von Ödemen, blauen Flecken oder Fettnekrosen im operierten Bereich auftreten. Weil Schwellungen als Komplikation schwer vorherzusehen sind, ist was wichtig, dass die Bewertung des Endergebnisses erst 9-12 Monate nach der Operation vorgenommen wird.

Gefühlsveränderungen

Weil beim Legen des Schnittes währen eines chirurgischen Eingriffs auch Nervenbahnen durchtrennt werden erleben Sie nach der Operation unter Umständen Gefühlsveränderungen oder –verlust im operierten Bereich. Wenn sich die Nervenbahnen zurückbilden gehen die Gefühlsveränderungen normalerweise innerhalb ein paar Monate wieder in den Normalzustand über. Das Gefühl kehrt jedoch nicht immer vollständig zurück und in bestimmten Fällen kann es ganz verloren gehen.

Narben

Bei allen Eingriffen, die in die Haut eindringen, kommen Narben in irgendeiner Form vor. Wie die Narben schlussendlich aussehen, ist schwierig vorherzusagen, weil dies zu großen Teilen vom Heilungsprozess des Patienten und der Behandlung währenddessen beeinflusst wird.

Normalerweise sind die Narben zuerst rot und fest und werden nach und nach weicher und blasser. In Ausnahmefällen verheilt die Haut jedoch in dicken, breiten Narben. In einigen Fällen kann dies behoben werden, indem die Narben mit Kortison behandelt werden. In anderen Fällen kann ein weiterer chirurgischer Eingriff, eine sog. Narbenplastik notwendig sein.

Sie erfahren mehr über Narben nach einer plastischen Chirurgie und darüber, wie Sie diese behandeln sollten, damit sie so schön wie möglich verheilen, auf der … Informationsseite über Narben ».

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen können unterschiedliche allergische Reaktionen auftreten. Diese können lokal auftreten oder von Tape, Operationsmaterial oder anderen Mitteln, die auf die Haut aufgetragen werden, ausgelöst werden.

Allergische Reaktionen können auch von Arzneimitteln ausgelöst werden und sich über den Körper verteilen. Eine derart zentrierte Reaktion kann ernsthaft werden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie eventuelle Allergien oder Überempfindlichkeiten in Ihrem Gesundheitsprofil bei der Beratung angeben. In einigen Fällen werden bei allergischen Reaktionen weitere Behandlungen notwendig.

Örtliche Betäubung und Narkose

Mit örtlicher Betäubung und Narkose sind immer Risiken verbunden. Mögliche Komplikationen und Schäden können bei allen Betäubungs- und Narkosearten auftreten und in sehr seltenen Fällen können diese zum Tod führen.

Weitere Informationen zu Risiken bei plastischer Chirurgie

Es gibt –wenn auch selten- noch weitere Risiken, die mit plastischer Chirurgie in Verbindung stehen. Zu diesen gehören z.B. das Risiko von Nekrosen und Blutpfropfen. Es ist jedoch hier nicht möglich, alle denkbaren Szenarien und Risiken detailliert zu beschreiben, weil dies den Rahmen des Ihnen vorliegenden Materials sprengen würde.

Als Patient kann es erschreckend wirken, wenn man mit den möglichen Szenarien und Risiken konfrontiert wird, die bei einem plastischen chirurgischen Eingriff auftreten können. Es ist jedoch wichtig, dies aus einer Wahrscheinlichkeitsperspektive zu betrachten.

Es wurde mehrere Studien durchgeführt mit dem Ziel, die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation als Folge einer plastischen Operation zu bestimmen. Diese Materialien unterscheiden sich jedoch relativ stark. Es kann aber auf jeden Fall festgehalten werden, dass die Wahrscheinlichkeit als Patient von einer Komplikation betroffen zu werden bei nur ein paar Prozent liegt. Der Großteil davon besteht aus Risiken mit äußerst begrenzten Konsequenzen. Das Risiko, von einer Komplikation betroffen zu werden, die direkt gesundheitsschädlich oder ernsthafter ästhetischer Natur ist, muss mit Zehnteln eines Prozents berechnet werden.

Ein guter Rat

Wählen Sie eine kompetente Klinik, informieren Sie sich ordentlich, seinen Sie deutlich mit Ihren Erwartungen und haben Sie realistische Vorstellungen bezüglich des Ergebnisses. Auf diese Weise minimieren Sie das Risiko, von ästhetischen oder gesundheitlichen Risiken und Komplikationen betroffen zu werden. Weitere Informationen darüber, wie Sie eine gute Klinik und einen guten Chirurgen wählen, finden Sie auf der Seite über die Wahl des plastischen Chirurgen ».

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