Fettabsaugen mit traditionellen Methoden

Fettabsaugen – oder auch Liposkulptur genannt – hat man seit den 70-er Jahren durchgeführt. Zu Anfang gab es eine ganz einfache und logische Methode, man steckte ein an einen Vakuumsauger angeschlossenes Metallrohr unter die Haut. Wenn sich das Metallrohr in der Fettschicht befand, zerschlug man die Fettstrukturen, indem man das Metallrohr hin und her bewegte, wobei sich die Fettzellen ablösten und abgesaugt werden konnten.

Fettabsaugen mit traditionellen methodenWenn der Chirurg bei der oben genannten Methode das Metallrohr durch die Fettschicht hin und her bewegte, war es unvermeidlich, dass dabei auch etliche Blutgefäße in der Fettschicht durchschnitten wurden. Dies führte ziemlich viele Blutungen mit sich, was wiederum Schwellungen, blaue Flecken, Blut- und Flüssigkeitsverluste zur Folge hatte. Außerdem war es für den Chirurgen recht anstrengend und man konnte nur schwer feststellen, wieviel Fett entfernt wurde, und es bestand auch das Risiko für Unebenheiten.

Das große Trauma, dem das Gewebe ausgesetzt war, und die großen Flüssigkeitsverluste, die während einer Fettabsaugung enstanden, führten zu einem für den Patienten unangenehmen postoperativen Folgeverlauf mit umfangreichen Schwellungen, blauen Flecken, Schmerzen und nachfolgendem Erholungsurlaub.

Bauchstraffung (bauchdeckenstraffung)

Verbesserte Verfahren für traditionelle Fettabsaugung

Wenn die Grundprinzipien in der Vorgehensweise bei einer Fettabsaugung mit traditioneller Methode auch heute noch im Wesentlichen die gleichen sind wie früher, so sind die Techniken verfeinert und weiterentwickelt worden. Sie sind einfacher, sicherer, effektiver und auch schonender als früher.

Vom trockenen zum nassen Fettabsaugen

An erster Stelle steht eine Neuigkeit, wobei man bei allen Arten von Fettabsaugungen eine spezielle sog. Kleinlösung verwendet, die man in die Fettschicht injiziert, bevor man die eigentliche Fettabsaugung vornimmt. Diesen Schritt nennt man Infiltration.

Vom trockenen zum nassen FettabsaugenDie Kleinlösung besteht aus Salzwasser, Betäubungsmittel und Adrenalin. Die injizierte Flüssigkeit bringt das Fettgewebe zum Anschwellen, wodurch es leichter zu entfernen geht, und man bringt den Flüssigkeitsverlust auf ein Minimum. Außerdem bewirkt das Adrenalin, dass die Blutgefäße sich zusammenziehen mit weniger Blutungen, nachfolgenden Schwellungen und blauen Flecken.

Wieviel Flüssigkeitslösung injiziert werden soll, hängt einmal ab von der Menge Fett, die abgesaugt werden soll, dann vom Behandlungsbereich und von den Präferenzen des Chirurgen. Es kann dreimal so viel sein wie die zu entfernende Fettmenge, auch gleich viel oder eben auch weniger.

Bei trockener Fettabsaugung wird das Fettgewebe anders als beim nassen Fettabsaugen (eng. tumescent liposuction) nicht mit einer Flüssigkeitslösung vorbereitet, diese Methode wird nicht mehr angewandt. In den USA verwendet man die Begriffe ”wet” och ”superwet” liposuction. Diese Benennungen bezeichnen hauptsächlich den Unterschied der verwendeten Lösungsmenge. In europäischen Kliniken macht man nur selten einen solchen Unterschied.

Abbau der Fettzellen durch Ultraschall

Beim Fettabsaugen werden die Fettstrukturen durch die mechanische Kraft zerstört, die der Chirurg beim Bewegen der Kanüle durch die Fettschicht aufwendet. In den Weichteilen ist dies relativ einfach, in festeren fibrösen Bereichen (wie Bindegewebe) wie im Bauch, den Hüften oder im Rücken ist größerer Kraftaufwand nötig, wo es auch schwerer ist, das Fett so zu lösen, dass es abgesaugt werden kann.

Bei Fettabsaugung großer Fettdepots oder in fibrösen Bereichen bearbeitet man daher das Fett vor dem Absaugen mit einer Sonde mit Ultraschallkopf. Die Ultraschallwellen „zerstören“ die Fettzellen und man kann danach das verflüssigte Fett leichter absaugen.

Das Fettabsaugen mit Ultraschallunterstützung erfordert wegen des zusätzlichen Momentes etwas mehr Zeit und ist deswegen auch etwas teurer. Man hält es aber für effizienter beim Entfernen größerer Mengen Fett und im Einsatz in härteren, fibrösen Bereichen. Das Verfahren soll auch effektiver bei einem zweitmaligen Eingriff sein. Es ergibt sich dabei auch eine gewisse Hautstraffung im behandelten Bereich.

Die Prozedur beinhaltet allerdings ein erhöhtes Risiko für äußere und innere Verbrennungs- und Nervenschäden. Die Methode heißt in den USA „UAL – Ultrasound-Assisted Liposuction“.

Vibrationen erleichtern die Arbeit des Chirurgen

Um die Fettschicht so abzubauen, dass die Fettzellen abgesaugt werden können, musste der Chirurg früher seine Armkräfte einsetzen. Dies war immerhin recht mühsam und kann nach Meinung einiger Chirurgen zu Unebenheiten in der Haut führen. Man hat hierfür eine Sonde entwickelt, die mit einem kleinen Motor angetrieben wird, dessen Vibrationen die Arbeit des Chirurgen erleichtern.

Durch den Einsatz einer vibrationsverstärkten Sonde geht die Behandlung etwas schneller, nimmt aber mehr das Gewebe mit. Fettabsaugung durch eine Sonde mit Motorverstärker wird in den USA „PAL – Power Assisted Liposuction“ genannt.

Da die Chirurgen bei diesem Verfahren ausgeruhter sind und weil man mit der Sonde leichter durch die Fettschicht durchkommt, meinen viele Benutzer dieser Technik, dass sie letztendlich zu einem glatteren Resultat führt oder zumindest das Risiko für Unebenheiten reduziert.

Schlussfolgerung aus den Methoden der traditionellen Fettabsaugung

Als Patient ist es gut zu wissen, dass modernes Fettabsaugen nach traditionellen Methoden mit Nasstechnik durchgeführt wird, bei Bedarf auch mit Einsatz von Ultraschall.

Wenn in der Klinik für den Chirurgen eine Motorsonde vorhanden ist, können Sie sicher sein, dass die neueste Technik für traditionelles Fettabsaugen in der Klinik und damit auch für Sie zur Verfügung steht. Egal welche Methode Ihr Chirurg anwenden will, ist daher nicht in erster Linie von eventuell begrenzten Ressourcen der Klinik abhängig sondern vielmehr von Ihren eigenen Gegebenheiten.

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