Risiken und Komplikationen bei einer Brustvergrößerung

Alle chirurgischen Eingriffe beinhalten auch ein gewisses Maß an Risiken. Eine Brustvergrößerung ist davon nicht ausgenommen und enthält sowohl allgemeine Operationsrisiken als auch für diesen Eingriff mehr spezifische Risiken für Nebenwirkungen und Komplikationen.

Zu den allgemeinen Risiken bei einer Brustvergrößerung können Sie mehr auf der Seite für allgemeine Risiken in der plastischen Chirurgie » lesen. Die eingriffspezifischen Risiken bei einer Brustvergrößerung werden weiter unten genauer beschrieben.

Kapselfibrose bei einer Brustvergrößerung

Kapselfibrose bei einer BrustvergrößerungDie häufigste Komplikation ist eine, wo die Kapsel aus Bindegewebe, das sich um das Brustimplantat im Zuge der Heilung bildet, sich erhärtet und sich schließlich zusammenzieht. Dadurch kann das Implantat und die Brust wie zu einer Kugel zusammengedrückt werden. Die Brust sieht dann unnatürlich aus, der Zustand kann schmerzhaft sein.

Kapselfibrose stößt hinzu bei ca. 0,3 – 5% der Patienten mit modernen Brustimplantaten und Operationsmethoden der Brustvergrößerung. Dieser Zustand wird meistens durch eine Operation behoben. Bei einer solchen Operation kann man die Lage des Implantats ändern, man kann das Implantat austauschen oder entfernen oder man durchschneidet die Kapsel um das Implantat.

Das Risiko für Rippling

Bestehende Unebenheiten wie Vertiefungen oder wellige Haut auf der Brust (sog. Rippling) ist ein häufiger Grund für kosmetische Unzufriedenheit mit der Brustoperation. Dieser Zustand tritt ein, wenn das Implantat sich gefaltet hat oder etwas gesunken ist oder sich in der Hauttasche zurecht gerückt hat. Dann zieht die raue Oberfläche an der Gewebekapsel, die ihrerseits an der Haut zieht.

Am besten vermeidet man Rippling indem man dafür sorgt, dass genügend Gewebe zwischen Implantat und der Haut vorhanden ist, und dass man die Größe des Implantats klein hält. Große Implantate neigen, wie schon erwähnt, dazu, sich zu falten.
Das Risiko für Rippling
Bestehendes Rippling tritt häufiger bei einer Lage des Brustimplantats außen auf dem Brustmuskel auf, besonders bei Frauen mit wenig eigenem Brustgewebe. Diese Komplikation kommt weniger bei Silikonimplantaten auf als bei Implantaten mit Kochsalzlösung.

Nach Ansicht vieler Chirurgen sinkt bei einer Brustvergrößerung das Risiko des Rippling durch Verwendung von glatten Brustimplantaten. Rippling kann auch als lagebedingtes Rippling vorkommen und wird meist sichtbar, wenn der Patient sich vornüber beugt.

Infektionen

In seltenen Fällen kann sich der Bereich um das Brustimplantat herum entzünden. Eine solche Komplikation kann zwar jederzeit auftreten, wenn sie aber auftritt, dann tut sie es schon innerhalb einer Woche nach der Operation. In manchen Fällen muss dann das Brustimplantat so lange entfernt werden, bis die Infektion verheilt ist. Man wartet 4-6 Monate, damit das Gewebe sich erholt, und setzt dann eine neues Implantat ein.

Brustvergrößerung

Narben

Nach Ihrer Brustvergrößerung bleiben immer Narben zurück, diese sind normalerweise aber klein, unauffällig und selten lästig.

Manchmal kann es aber passieren, dass die Narben nach einer Brustvergrößerung mehr als erwartet hervortreten, was eventuell eine korrigierende Maßnahme erfordert.

Indem Sie Ihre Narben sorgfältig pflegen, können Sie selber auf ihre Heilung einwirken. Mehr darüber gibt es auf der Informationsseite über Narben in der Chirurgie » zu lesen.

Gefühlsveränderungen in der Brustwarze

Manche Frauen merken mehr oder weniger, dass nach ihrer Brustvergrößerung ihr Gefühl in der Brustwarze oder den Brüsten sich irgendwie verändert hat. Es kann bis zu zwei Jahren dauern, bis sich das Empfinden wieder normalisiert hat, normalerweise kehrt es aber früher zurück. Bei einigen Patienten bleibt die Gefühlsveränderung als Folge der Brustoperation aber für immer bestehen.

Ruptur (Beschädigung des Brustimplantats)

Manchmal kann ein Brustimplantat lecken oder reißen (Ruptur). Eine Beschädigung des Implantats kann durch ein Unglück oder eine starke Belastung im Alltag eintreten mit nachfolgender Leckage des Implantats. Mammografie ist im Normalfall keine solche Belastung. Falls ein Brustimplantat einmal beschädigt wird, erstattet der Hersteller es im Normalfall kostenlos durch ein neues.

Wenn ein mit Kochsalz gefülltes Brustimplantat ausläuft, sinkt das Implantat innerhalb von ein paar Stunden in sich zusammen. Der Füllnippel kann ebenfalls lecken, wobei die Salzlösung langsamer verschwindet. Die Flüssigkeit wird vom Körper absorbiert und auf dem normalen Weg ausgeschieden.

Wenn ein Brustimplantat mit Silikongel entzwei geht, bleibt das Gel normalerweise im Implantat zurück (intracapsulare Ruptur), kann aber auch in die Gewebetasche ausdringen (extracapsulare Ruptur). Dies kann innerhalb der Brust zu Narbenbildung führen, was einen chirurgischen Eingriff erfordert. Ein beschädigtes Brustimplantat mit Gelfüllung muss nicht unbedingt zusammensinken, daher entdeckt man es auch nicht anders als durch eine Untersuchung wie z.B. bei einer Mammografie.

Brustvergrößerung und Stillen

Ein Brustimplantat wirkt sich nicht auf die Fähigkeit der Frau zu stillen aus, auch besteht kein Risiko für das Kind während der Schwangerschaft. Die Veränderungen im Körper infolge einer Schwangerschaft dagegen können das Resultat einer Brustvergrößerung beeinflussen. Es ist daher recht wichtig, dass Sie Ihre Pläne für Schwangerschaft und Kindstillen vor einer Brustvergrößerung mit Ihrem Chirurgen diskutieren. Die Implantate selbst verändern nicht ihre Lage, das tut dagegen das Brustgewebe auf den Implantaten, was die Brüste mit der Zeit mehr herabhängend aussehen lässt.

Brustvergrößerung und Mammografi

Da ein Brustimplantat manchmal eine Mammografie erschwert, kann es sein, dass Sie im Zuge einer solchen Untersuchung noch zu einer weiteren Untersuchung gezwungen sind. Es ist wichtig, dass Sie dem Personal vor einer solchen Untersuchung immer mitteilen, dass Sie ein Implantat haben.

Wenn Komplikationen nach einer Brustvergrößerung auch nur selten vorkommen (weniger als 5% werden von Komplikationen oder Nebenwirkungen betroffen), so sollten Sie dennoch das Thema mit Ihrem Chirurgen besprechen, um sich von den Risiken und Konsequenzen einer Brustvergrößerung ein Bild zu machen.

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